Gebet und Gottesdienst zuhause

Gebet und Gottesdienst zuhause

… halte mich! 

Ein Klagepsalm zur Flutkatastrophe in Deutschland

Schreien will ich zu Dir, Gott, mit verwundeter Seele,

doch meine Worte gefrieren mir auf der Zunge.

Es ist kalt in mir, wie gestorben sind alle Gefühle.

Starr blicken meine Augen auf meine zerbrochene Welt.

Der Bach, den ich von Kind an liebte,

sein plätscherndes Rauschen war wie Musik.

Zum todbringenden Ungeheuer wurde er,

seine gefrässigen Fluten verschlangen ohne Erbarmen.

Alles wurde mir genommen. Alles!

Weggespült das, was ich mein Leben nannte.

Mir blieb nur das Hemd nasskalt am Körper,

ohne Schuhe kauerte ich auf dem Dach.

Stundenlang schrie ich um Hilfe,

um mich herum die reißenden Wasser.

Wo warst Du, Gott, Ewiger,

hast Du uns endgültig verlassen?

Baust Du längst an einer neuen Erde,

irgendwo fern in Deinen unendlichen Weiten?

Mit tödlichem Tempo füllten schlammige Wasser die Häuser,

grausig ertranken Menschen in ihren eigenen Zimmern.

Ist Dir das alles völlig egal, Unbegreiflicher?

Du bist doch allmächtig, Dein Fingerschnippen hätte genügt.

Die Eifernden, die Dich zu kennen glauben, sagen,

eine Lektion hättest Du uns erteilen wollen, eine deutliche,

eine Portion Sintflut als Strafe für unsere Vergehen,

für unsere Verbrechen an der Natur, an Deiner Schöpfung.

Ihre geschwätzigen Mäuler mögen für immer verschlossen sein,

nie wieder sollen sie Deinen Namen missbrauchen

für ihre törichten Besserwissereien, ihr bissiges Urteil

mit erhobenem Zeigefinger, bigott kaschiert.

Niemals will ich das glauben, niemals!

Du bist kein grausamer Götze des Elends,

Du sendest kein Leid, kein gnadenloses Unheil

und hast kein Gefallen an unseren Schmerzen.

Doch Du machst es mir schwer, das wirklich zu glauben.

Ich weiß, wir sind nicht schuldlos an manchem Elend,

zu leichtfertig missbrauchen wir oft unsere Freiheit.

Doch warum siehst Du dann zu, fährst nicht dazwischen,

bewahrst uns nicht vor uns selbst?

Dein Schweigen quält meine Seele,

ich halte es fast nicht mehr aus.

Wie sich Schlamm und Schutt meterhoch türmen

in den zerstörten Straßen und Gassen

und deren Schönheit sich nicht mehr erkennen lässt,

so sehr vermisst meine Seele Dein Licht.

Meine gewohnten Gebete verstummen,

meine Hände zu falten gelingt mir nicht.

So werfe ich meine Tränen in den Himmel,

meine Wut schleudere ich Dir vor die Füße.

Hörst Du mein Klagen, mein verzweifeltes Stammeln?

Ist das auch ein Beten in Deinen Augen?

Dann bin ich so fromm wie nie,

mein Herz quillt über von solchen Gebeten.

Doch lass mich nicht versinken in meinen dunklen Gedanken,

erinnere mich an Deine Nähe in früheren Zeiten.

Ich will dankbar sein für die Hilfe, die mir zuteil wird,

für die tröstende Schulter, an die ich mich lehne.

Ich schaue auf und sehe helfende Hände,

die jetz da sind, ohne Applaus, einfach so.

Die vielen, die jetzt kommen und bleiben,

die Schmerzen lindern, Wunden heilen,

die des Leibes wie die der Seele,

mit langem Atem und sehr viel Geduld.

Auch wenn Du mir rätselhaft bist, Gott,

noch unbegreiflicher jetzt, unendlich fern,

so will ich dennoch glauben an Dich,

widerständig, trotzig, egal, was dagegenspricht.

Sollen die Spötter mich zynisch belächeln,

ich will hoffen auf Deine Nähe an meiner Seite.

Würdest Du doch nur endlich Dein Schweigen beenden!

Doch ich halte es aus und halte Dich aus, oh Gott.

Halte Du mich aus!

Und halte mich, Ewiger! Halte mich!

(TEXT: Stephan Wahl, Priester des Bistums Trier. Er stammt selbst aus dem schwer betroffenen Landkreis Neuenahr-Ahrweiler. Abgedruckt im KIRCHENBOTEN vom 25. Juli 2021)

 

Josefsbroschüre „Mit dem Herzen eines Vaters und kreativem Mut“

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Josefsbroschüre
mit Impulsen zum Josefs-Jahr

Wortlaut: Gebet von Papst Franziskus um ein Ende der Pandemie

»Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter.“

In dieser dramatischen Situation voll von Leiden und Ängsten, welche die ganze Welt bedrücken, wenden wir uns an dich, o Mutter Gottes und unsere Mutter, und suchen Zuflucht unter deinem Schutz und Schirm.

O Jungfrau Maria, in dieser Pandemie des Coronavirus wende deine barmherzigen Augen uns zu und tröste alle, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern und weinen, die zuweilen in einer die Seele verletzenden Weise beerdigt wurden. Stütze alle, die sich um die Kranken ängstigen, denen sie wegen der Ansteckungsgefahr nicht nahe sein können. Schenke Zuversicht denen, die wegen der ungewissen Zukunft und der Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit in Sorge sind.

Mutter Gottes und unsere Mutter, erflehe für uns bei Gott, dem barmherzigen Vater, dass diese harte Prüfung ein Ende habe und am Horizont wieder Hoffnung und Friede erscheine. Wie zu Kana trete bei deinem göttlichen Sohn für uns ein, dass die Familien der Kranken und der Verstorbenen getröstet werden und sie im Herzen wieder Vertrauen fassen können.

Beschütze die Ärzte, die Krankenschwestern und –pfleger, die im Gesundheitswesen Tätigen und die Freiwilligen, die in dieser Notsituation an vorderster Front kämpfen und ihr Leben riskieren, um das anderer zu retten. Begleite ihr heroisches Bemühen und gib ihnen Kraft, Güte und Gesundheit.

Sei du bei denen, die Tag und Nacht die Kranken pflegen, und hilf den Priestern, die mit seelsorgerischem Eifer und einem dem Evangelium entsprechenden Einsatz versuchen, allen zu helfen und eine Stütze zu sein.

Heilige Jungfrau Maria, erleuchte den Verstand der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, auf dass sie geeignete Lösungen zur Bekämpfung des Virus finden.

Stehe den Verantwortlichen der Nationen bei, dass sie Weisheit, Fürsorge und Großmut walten lassen und mit Weitblick und im Geist der Solidarität durch soziale und wirtschaftliche Programme all denen zur Hilfe kommen, denen das Nötige zum Leben fehlt.

Heilige Maria, rühre die Gewissen an, damit die Unsummen für die Vermehrung immer ausgeklügelterer Waffensysteme vielmehr einer angemessenen Forschung zur künftigen Vermeidung ähnlicher Katastrophen zugutekommen.

O geliebte Mutter, lass in der Welt das Zugehörigkeitsgefühl zu der einen großen Familie wachsen im Bewusstsein des Bandes, das uns alle eint, damit wir in geschwisterlichem und solidarischem Geiste der vielfachen Armut und den Situationen des Elends Abhilfe leisten. Stärke uns, damit wir feststehen im Glauben, Ausdauer haben im Dienen und beharrlich sind im Beten.

O Maria, Trösterin der Betrübten, nimm deine geplagten Kinder in den Arm und erwirke bei Gott, dass er in seiner Allmacht eingreife, um uns von dieser schrecklichen Epidemie zu befreien, damit das Leben unbeschwert wieder seinen normalen Gang aufnehmen kann.

Dir vertrauen wir uns an, die du auf unserem Weg als Zeichen des Heils und der Hoffnung erstrahlst. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen.

(vatican news - sk)

Hausgottesdienst feiern

Auch zu Hause besteht die Möglichkeit, sich mit Christinnen und Christen auf der ganzen Welt betend und feiernd zu verbinden. Ein Hausgottesdienst bietet die Möglichkeit zur Besinnung und zum gemeinsamen Gebet, beispielsweise in der Familie. Im Folgenden stellen wir Ihnen unterschiedliche Vorlagen für die Gestaltung eines Hausgottesdienstes zur Verfügung.

Weitere Vorlagen zu allen Sonn- und Festtagen finden Sie auch auf folgenden Internetseiten:

Das Schottmessbuch bietet die Möglichkeit, die Texte der Tagesmesse des jeweiligen Wochen- bzw. Sonntages zu sehen und mitzulesen. Darüber hinausgibt es ebenfalls einen kleinen Impuls zum Weiterdenken: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html