Gebet und Gottesdienst zuhause

Gebet und Gottesdienst zuhause

Das Gebet und der Gottesdienst zuhause kann dort, wo persönliche Zuwendung nicht möglich ist, Gemeinschaft im Glauben erfahrbar machen und ein starkes Zeichen der Verbundenheit setzen.

Josefsbroschüre „Mit dem Herzen eines Vaters und kreativem Mut“

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Josefsbroschüre
mit Impulsen zum Josefs-Jahr

Kreuzweg in der Zeit der Pandemie 2021

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Kreuzweg von Diakon Weiler
 in der Zeit der Pandemie 2021 

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise

Jeden Abend um 19:30 Uhr laden die Glocken ein zum gemeinsamen ökumenischen Gebet in Zeiten von Corona.

Hausgottesdienst feiern

Auch zu Hause besteht die Möglichkeit, sich mit Christinnen und Christen auf der ganzen Welt betend und feiernd zu verbinden. Ein Hausgottesdienst bietet die Möglichkeit zur Besinnung und zum gemeinsamen Gebet, beispielsweise in der Familie. Im Folgenden stellen wir Ihnen unterschiedliche Vorlagen für die Gestaltung eines Hausgottesdienstes zur Verfügung.

Weitere Vorlagen zu allen Sonn- und Festtagen finden Sie auch auf folgenden Internetseiten:

Das Schottmessbuch bietet die Möglichkeit, die Texte der Tagesmesse des jeweiligen Wochen- bzw. Sonntages zu sehen und mitzulesen. Darüber hinausgibt es ebenfalls einen kleinen Impuls zum Weiterdenken: https://erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html

Andacht zur Fastenzeit von Diakon Peter Weiler

Der Frühling kommt. Wir sehen es überall, die Na­tur erneuert sich vollkommen. Was noch vor kur­zer Zeit in einem tiefen Winterschlaf gelegen hat, ist zu neuem Leben erwacht und drängt mit Macht in das immer milder werdende Tageslicht.

Genau in diese Zeit fällt auch die Fastenzeit. Es ist kein Zufall, es ist durchaus von christlicher Sei­te her gewollt, dass diese Zeit nicht in den Winter, sondern in den Frühling fällt. Denn auch der Mensch, nicht nur die Natur, soll sich in dieser Zeit ebenfalls erneuern. Auch der Mensch darf, wenn er will und wenn er die Kraft dazu hat, neu aufwachen, sich innerlich reinigen von der winter­lichen Bequemlichkeit und froh und mit neuem Mut am Leben teilnehmen.

Das ist gut so, denn auch der Mensch, gleich in wel­chem Alter, braucht von Zeit zu Zeit eine innere Reinigung. So manches setzt sich im Lauf der Zeit in einem Menschen fest und wird zur Gewohnheit, ob­wohl der Ein­zelne sich so sein Leben nicht vorstellt und auch nicht will. Wie eine solche Reini­gung, eine solche Erneue­rung aussehen kann, ist ganz verschieden und kann für jeden von uns in einer eige­nen Form geschehen.

Die Fastenzeit ist für uns eine solche Zeit zur Reinigung. Auch der Mensch, ob jung oder alt darf, wenn er will und    wenn er die Kraft dazu hat neu aufwachen, sich innerlich reinigen von der winterlichen Bequemlich­keit und froh und mit neuer Kraft am Leben teilnehmen. Das ist gut so denn wir alle, gleich in welchem Alter, brauchen von Zeit zu Zeit eine Reinigung, nicht nur von außen, sondern auch von innen. Es ist immer eine Frage, wie wir damit um­gehen. Und es ist eine Frage, in welchem Alter wir sind, in welcher Lebenssituation und nicht zuletzt wie wir uns körperlich fühlen.

Fasten heißt nicht nur auf eine gewisse Menge an Nahrung zu verzichten, fasten muss für uns Christen bedeuten, die in­nere Einstellung zu überprüfen, und wenn möglich oder auch notwendig sie zu kor­rigieren. Wenn wir am Aschermittwoch das Aschenkreuz aufgelegt bekommen, dann heißt es nicht: „ Iss weniger oder hör eine Zeit lang auf zu essen,“ sondern der Geistliche, der das Aschenkreuz austeilt, spricht die Worte: „Kehr um und glaub an das Evangelium.“ Er spricht also nicht das Äußere, sondern das Innere des Menschen an. Denn so vieles bewegt uns innerlich, lässt uns oft nicht zur Ruhe kommen und stört unser inneres Gleichgewicht, unseren inneren Frieden. Dieser Friede aber ist doch gerade im Alter für uns so wichtig. Es ist der Friede, den uns Gott immer wieder zu­sagt und den wir doch immer wieder neu su­chen und einüben müssen. Wenn uns das klar geworden ist, nämlich dass der inne­re Frieden sich nicht automatisch ein­stellt, dass wir ihn

suchen und einüben müs­sen, dann müssen wir also selbst etwas tun, damit sich dieser Friede bei uns ein­stellt. Denn dieser Friede ist zwar von Natur aus in uns angelegt, aber er ist zer­brechlich, er ist empfindlich und kann unter Um­ständen gänzlich verschüttet werden. Vielleicht aber auch nur zeitweise. Das ken­nen wir sicher alle, dass wir Zeiten erle­ben, in denen wir mit uns selbst nicht zu­frieden sind, und mit anderen, mit denen, die uns begegnen oder mit denen wir täg­lich zu tun haben, schon gar nicht.

Meister Eckhart (1260 bis 1328), Theologe und Philosoph des Spätmittelalters, lehrt uns: „Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst.“

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas: (Lk10, 25-27)

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?

Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.

Die Gnade und der Friede Gottes, des Vaters unseres Herrn Jesus Christus, sei mit uns allen! Herr, unser Gott, Wir kommen zu dir mit so vie­len Gedanken, die uns bewegen. Wir kommen zu dir mit all unseren Sorgen und Nöten. Wir kommen zu dir mit unserer Sehnsucht und Hoffnung.

Vor dir dürfen wir alles ablegen, was uns beunruhigt und auf uns lastet. Bei dir dür­fen wir aufatmen und darauf vertrauen, dass du Gott uns nahe bist und uns das gibst, was wir brauchen. So bringen wir jetzt alles vor dich Gott, was wir auf dem Her­zen haben und beten miteinander und füreinander:

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du hast uns die Liebe des Vaters geoffenbart, durch dein Leiden und Kreuz: Herr, erbarme dich

du hast zu deinen Jüngern gesagt: Fürchtet euch nicht. Ich bleibe bei euch alle Tage. Christus, erbarme dich

du hast zu uns gesagt: liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Herr, erbarme dich

Gott und Vater, du hast dich zu Jesus als dei­nem Sohn be­kannt und ihn auch im Tod nicht ver­lassen. Hilf uns auf sein Wort zu hören, damit wir nach den Leiden dieser Zeit Anteil erhalten an der Herrlichkeit dessen, der mit dir lebt in Ewig­keit. Amen.

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, komm unserem Beten und Arbeiten mit dei­ner Gnade zuvor und begleite es, damit alles, was wir begin­nen, bei dir seinen Anfang nehme und durch dich vollendet werde. Darum bitten wir durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen..

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. (Mt 11, 25-30)

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündi­gen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater al­les übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Va­ter, und niemand kennt den Vater, nur

der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gü­tig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Dazu einige Gedanken: So lange wir leben haben wir es immer wieder mit Lasten zu tun, die uns mal mehr oder mal weniger stark drücken. War es in jungen Jahren die Arbeit, die uns über den Kopf gewachsen ist, war es die Familie, die Kinder oder sonst irgend etwas, Probleme gab es genug. Und jetzt in der Zeit in der wir zur Ruhe kommen könnten, da spüren wir, dass ein gutes Stück unseres Lebens hinter uns liegt und die Last des Alters mit all seinen Beschwernissen und Gebrechen uns immer mehr drückt, vielleicht auch schon schwer zu schaffen macht. Jetzt kommt aber auch die Zeit des Nachdenkens, die Zeit, in der wir unser Leben neu sehen und einordnen. Da kommen auch Gedanken, die uns innerlich berühren und unruhig werden lassen. Gerade aus solchen Gedanken und Gefühlen heraus tut na­türlich ein Satz, wie wir ihn eben im Evangelium gehört ha­ben, unsagbar gut: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt; ich werde euch Ruhe ver­schaffen.“

So gut das jetzt klingt, stimmt das auch? Können wir bei Je­sus unsere Lasten ab­geben und kann er uns die für uns so notwendige Ruhe geben? „Mein Joch“ - so sagt Jesus - „drückt nicht und meine Last ist leicht.“ Dagegen hören wir in der Kir­che auch heute noch: „Du sollst“, „Du musst“, „Du darfst nicht“, „Wehe wenn…“Aber nicht nur in der Kirche, auch in der Gesellschaft hören wir „du musst“. Und gerade jetzt müssen wir uns immer mehr einschränken. Trotz all dieser oft bedrückenden Gedanken sollen wir als Christen fröhlich durch diese Welt gehen. Wie aber geht das? Erst recht in der Zeit dieser erschreckenden Pandemie.

Ein jüdischer Gelehrter hat das einmal mit folgenden Worten ausgedrückt: „Jesus hat uns gelehrt, dass wir auch mit unge­kämmten Haaren vor Gott hintreten dürfen“. Ungekämmte Haare, wie kommt man auf eine solche ungewöhnliche Idee? Dennoch, ungekämmte Haare, das heißt hier nichts anderes als, so wie wir sind. Eben alles andere als perfekt, mit unseren Ma­cken und Fehlern, mit unseren kleinen Bosheiten, unserer Sturheit, unserem Leichtsinn, un­serer Engstirnigkeit und unserem oft schlechten Gewissen. Vor allem aber mit unseren Ängsten, mit unseren Unzulänglichkeiten und mit all dem, was wir an uns und an Anderen als falsch betrachten.

Jesus weiß sehr gut, dass wir nicht perfekt sind. Er kennt un­sere Stärken und auch unsere Schwächen sehr genau. So sagt er auch: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir: denn ich bin gütig und von Herzen demütig.“ Nehmt also ruhig an, was ihr jetzt zu tragen habt und verzweifelt nicht daran. „Ich bin barmherzig und de­mütig.“ Demütig sein bedeutet in dem Zusammenhang die Realität seiner Person wahrzuneh­men und dann auch anzunehmen. Und dazu gehören eben auch unsere Schattenseiten; dazu gehören die Grenzen und Armseligkeiten, all das, was uns eben oft unangenehm ist und was wir deshalb am liebsten vor anderen verbergen möchten. So gesehen aber befähigt uns die Demut dazu, uns selbst zu erkennen und anzuschauen und uns dennoch nicht davon er­drücken zu lassen.

Wenn wir versuchen so zu denken, dann können wir auch spüren, was Gott uns sa­gen will: Auch wenn du noch so sehr versagt hast und dich zu Tode schämst – ich werde dich nicht verachten! Auch wenn alle anderen mit dem Finger auf dich zei­gen – vor mir musst du dich nicht verstecken! Selbst wenn du dir noch so unnütz und überflüssig vor­kommst – für mich bist du wichtig! Nehmen wir ruhig das Angebot Jesu an. Die Lasten, die wir täglich tragen müssen, werden nicht einfach von uns abfallen, aber sie lassen sich bestimmt leichter tragen

Fürbitten:

Gott, unser Vater, du hast uns als deine Töchter und Söhne angenommen. Durch Jesus zeigst du uns den Weg zu einem versöhnten und erfüllten Leben. Wir bit­ten dich:

Für die Kirche, die ein Zufluchtsort ist für Menschen, die schuldig geworden sind: für die Prediger und die Beichtväter und für alle, die sich um das Heil ih­rer Mit­menschen

bemühen.        Gott, unser Vater. Wir bitten dich........

Für alle, die Angst vor der Zukunft haben, deren Situation im Leben im­mer schwerer zu ertragen ist und die manchmal sich selbst und ihr Verhal­ten nicht mehr einordnen können: Lass sie be­reits heute die Zei­chen deiner hilfreichen Nähe erken­nen.

Gott, unser Vater.      Wir bitten dich........

Für die Menschen, die durch einen Schicksalsschlag so ge­troffen sind, dass ihnen ihr Leben nicht mehr sinnvoll erscheint. Gib ihnen ihre innere Ruhe und die Kraft auch in schwerer Zeit wieder neu anzufangen.    Gott, unser Vater. Wir bitten dich....

Für die Opfer von Gewalt und Unterdrückung und für alle, die meinen, erlitte­nes Unrecht nicht verzeihen zu können.  Gott, unser Vater.     Wir bitten dich........

Für alle, die Angst haben vor der nur schwer zu be­kämpfenden Pandemie, für alle, die bereits damit infiziert sind.    Gott, unser Vater.          Wir bitten dich........

Für alle, die an einer schweren oder unheilbaren Krank­heit leiden, für alle, die Angst vor dem Ster­ben und vor dem Tod haben, für alle, die sterbende Menschen auf ihrem Weg begleiten und für alle, die aus die­sem irdi­schen Le­ben bereits Abschied neh­men mussten.  Gott, unser Vater.     Wir bitten dich........

Gott, du barmherziger Vater, du nimmst alle auf, die sich in ih­rer Not an dich wen­den. Dich preisen wir jetzt und in Ewigkeit

Vater-unser  Vater unser im Himmel..........

Meditation  Was tun, um die Angst vor dem eigenen Schatten zu verlie­ren?

In den Schatten eines großen Baumes treten, dort etwas Ruhe finden, und feststel­len, dass der Baum den Schatten aufgenommen hat.

Wie viel mehr wird Christus, wenn wir uns in den Schatten des Kreuzes stellen und zu ihm rufen, unseren Schatten liebend annehmen und verwandeln?

Maria Theresia von Fürstenberg

Lasset uns beten:  Gott, unser Vater, kein Mensch hat dich je gesehen. Du bist immer mehr und an­ders, als wir wissen und ahnen. Wir kön­nen dich nicht festhalten mit unse­ren Wor­ten. Lehre uns, dei­ne allzeit neue Gegenwart zu erkennen, mit ihr in unserem Le­ben zu rechnen und uns von ihr verwandeln zu lassen. Darum bitten wir durch Je­sus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Segen:  Der Herr segne und behüte uns. Er lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Er schaue auf uns und schenke uns seinen Frieden. -

So segne uns Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Bleiben Sie gesund, verlieren sie auch in dunklen Zeiten nicht den Mut, denn der Herr begleitet Sie, auch Heute und in all den kommenden Tagen.