Sebastianusfest 2020

Veröffentlicht am 31.01.2020
Autor: Andrea Clemens

Rödersheim-Gronau. Mit feierlichem Amt, Andacht und Abendmesse wurde zum 372. Mal das Sebastianusfest als Gelübdefest in der Kirche St. Leo Rödersheim gefeiert. Dieses Rödersheimer Hochfest ist seit vier Jahren zugleich Patronatsfest der Pfarrei Heiliger Sebastian und Höhepunkt der Woche des Großen Gebets. Daher waren neben vielen Rödersheim-Gronauer und ehemaligen Gemeindemitgliedern auch etliche Besucher aus den zugehörigen katholischen Kirchengemeinden St. Medardus Mutterstadt, St. Michael/St. Cäcilia Dannstadt-Schauernheim und St. Peter Hochdorf gekommen und sorgten für eine vollbesetzte Kirche.

In Rödersheim geht dieser Tag zurück auf ein 1648 von den 69 verbliebenen Einwohner geleistetes Gelübde, dass diese nach den überstandenen Schrecken und Hungersnöten des 30-jährigen Krieges dem Heiligen Sebastian leisteten. Seither wird dessen Namenstag, der 20. Januar nun als Feier-, Ruhe-, Fast- und Abstinenz-, Gebets- und Opfertag festlich begangen.

Die morgendliche Messe wurde nach dem feierlichen Einzug in Konzelebration mit Festprediger Regens Markus Magin aus Speyer sowie sechs Pfarrern, zwei Diakonen und einem Kaplan begangen. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgte der Kirchenchor St. Leo zusammen mit einem Instrumentalensemble mit einer "Missa festiva". An der Orgel begleitete Rudolf Scholl den Gemeindegesang, in dessen Mittelpunkt Sebastianus-Lieder standen.

Dem Anlass entsprechend waren auch der Sebastianusaltar und die Sebstianusstatue in der Rödersheimer Kirche festlich geschmückt. Darüber hinaus verfügt die Rödersheimer Kirchengemeinde über eine Monstranz mit einer Reliquie des Heiligen, die den Tag über auf dem Sebastianusaltar aufgestellt war.

Festprediger Regens Markus Magin stellte das Thema "Angst" in den Zentrum seiner Predigt und bezeichnete den Heiligen Sebastianus als "Mutmacher", der gezeigt habe, wie wichtig es sei einander beizustehen, immer wieder auch in schwierigen Zeiten aufzustehen statt zu jammern und Gott zu vertrauen. Dabei bezog Magin auch aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft mit ein und blickte immer wieder auf das Leben des Heiligen, der den Menschen vor über 300 Jahren genauso wie heute Vorbild im Leben und Glauben sein könne. Er wies auch darauf hin, dass in allen vier Kirchen Sebastianus-Darstellungen vorhanden seien und dadurch entsprechende Bezüge zu diesem Heiligen vorhanden seien.

Der traditionelle, dem Gelübde entsprechende Opfergang wurde erstmals von Thomas Angel, dem seit 2019 amtierenden, neuen Ortsbürgermeister angeführt. Der Erlös soll auch in diesem Jahr wieder für Arbeiten in und um die Kirche St. Leo verwendet werden, wie Ortspfarrer Michael Hergl ankündigte. (acl)