Das Leben in seiner Vielfalt teilen und begleiten

Das Leben in seiner Vielfalt teilen und begleiten

Veröffentlicht am 09.06.2026
Autor: Johanna Münch

Pfarrer Michael Hergl feiert sein 40-jähriges Priesterjubiläum 

In einem feierlichen Gottesdienst am 7. Juni in der Pfarrkirche St Medardus beging Michael Hergl, auf den Tag genau 40 Jahre nach seiner Weihe im Speyerer Dom, sein Priesterjubiläum. Schon beim Einzug des liturgischen Personals mit fünf Priestern und Diakon, 19 Messdienenden aus allen vier Gemeinden der Pfarrei sowie den Mutterstadter Kindergartenkindern unter den feierlichen Klängen von „Jubilate Deo“ des Kirchenchores wurde die Bedeutung dieses besonderen Festtages für die ganze Pfarrei Heiliger Sebastian spürbar. Die Kirche war gut gefüllt - Vertreter aus allen Gemeinden und aus früheren Pfarreien, Wegbegleiter Hergls, Freunde und Familie waren zum Gottesdienst gekommen. Mit am Altar stand auch Pfarrer Chinna aus Indien, der mit Michael Hergl in seiner Dienstzeit in Neustadt als Kaplan zusammenarbeitete.

Die Kindergartenkinder waren die ersten Gratulanten und brachten ihre Glückwünsche in einem Lied vor und überreichten dem Jubilar als Geschenk eine selbst gestaltete weiße Stola mit Ährenmotiv.

Pfarrer Hergl fasste zu Beginn des Gottesdienstes seine Dankbarkeit für die 40 Jahre seines Priestertums in eindrückliche Worte. „Ich habe viel erlebt und weiß mich beschenkt von so vielen Menschen, mit denen ich den Weg des Glaubens gehen konnte. Es macht mir bis heute Freude, Seelsorger zu sein und mit Menschen das Leben in seiner Vielfalt zu teilen, sie zu begleiten und zu ermutigen.“ Sein Dank galt auch besonders den vielen, die sich immer engagieren, um kirchliches Leben zu gestalten.

Die Festpredigt hielt Pfarrer Kurt Faulhaber aus Fulda, der den Bogen zwischen ausgewählten Bibelstellen und dem 40-jährigen Jubiläum in unsere Zeit spannte.  Die erste Perspektive waren die 40 Jahre, die das Urvolk Gottes von Ägypten nach Kanaan unterwegs war. Kurt Faulhaber übertrug die Unzufriedenheit des Volkes beim Blick in die Wüste mit Hunger und Durst damals auf die Moderne: „Die aktuellen Wüsten zeigen sich politisch, ökologisch und auch kirchlich. Sie erzeugen wie beim Urvolk Gottes viel Murren unter den Menschen. Jedoch gilt nach wie vor: Murren führt zu nichts, Murrende finden keinen Ausweg“, verdeutlichte er in der Predigt. In einer zweiten Deutung beschrieb Kurt Faulhaber das pädagogische Handeln Gottes: „Alle Wege lehren uns ein tiefes und festes Vertrauen zu Gott.“  Er nahm dazu die Perspektive aus den alttestamentlichen Propheten auf. „Auch, wenn wir in Wüsten hineinschauen, geht unser Blick in der Gewissheit nach vorne, dass Gott aus Wüsten eine große Liebe entstehen lassen kann. Wir können darauf vertrauen, dass Gott mit uns auch in Zukunft alle Wege geht.“

Die feierliche Atmosphäre des Gottesdienstes wurde maßgeblich von der musikalischen Gestaltung geprägt. „Es ist unserer Chorleiterin Angelika Grothe sehr gut gelungen, dass das Wechselspiel im Gesang zwischen uns im Chor mit eigenem Satz und der Gemeinde wunderbar umzusetzen. So wurde es zu einem großen Gesangserlebnis für Chor und Gemeinde, was diesen besonderen Anlass würdigte,“ begeisterte sich ein Sänger des Kirchenchors Mutterstadt nach dem Gottesdienst.

Die Glückwünsche der Pfarrei überbrachte Martina Englman: sie würdigte am Primiz- und Leitspruch Michael Hergls sein priesterliches Handeln. „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller FREUDE und allem FRIEDEN im Glauben, auf dass ihr überreich seid an HOFFNUNG, in der Kraft des HEILIGEN GEISTES“ (Römerbrief 15,13)

Alle Spenden und die Kollekte des Tages übergibt Michael Hergl an das von seinem kürzlich verstorbenen Onkels Alois Eichenlaub gegründete Partnerprojekt MANTHOC in Peru und an die internationale Priestergemeinschaft der Schönstattbewegung zur Ausbildung des Nachwuchses.

Nach dem Gottesdienst lud der Gemeindeausschuss Mutterstadt zum Umtrunk ein und so bot sich viel Gelegenheit, dem Jubilar persönlich zu gratulieren und Erinnerungen auszutauschen. Es zeigte sich, dass das 40-jährige Jubiläum nicht nur ein Anlass war, die langjährige Arbeit von Pfarrer Hergl zu ehren, sondern auch ein Fest der christlichen Gemeinschaft, die er als Priester über Jahrzehnte geprägt hat.