50 Jahre Zimnol-Orgel in St. Medardus Mutterstadt

50 Jahre Zimnol-Orgel in St. Medardus Mutterstadt

Veröffentlicht am 10.09.2026
Autor: Konrad Heller

Beinahe hätte die katholische Gemeinde St. Medardus Mutterstadt ein besonderes Jubiläum ihres Gotteshauses übersehen. Erst kürzlich fiel den Organisten das kleine Emailleschild am Spieltisch unserer Orgel bewusst ins Auge. Es trägt die Jahreszahl 1976 sowie den Namen des Orgelbaumeisters Paul Zimnol aus Kaiserslautern.

Damit wird deutlich: Unsere Kirchenorgel erklingt seit nunmehr 50 Jahren zur Ehre Gottes und verleiht dem gesanglichen Lobpreis der Gottesdienstbesucher Klang, Ausdruck und Stütze.

Bereits im Jahr 1973 waren von den 23 klingenden Registern der damaligen Orgel nur noch vier vollständig funktionsfähig. Nach dem Urteil des damaligen Orgelsachverständigen, Domorganist Leo Krämer, war aufgrund des starken Holzwurmbefalls eine Reparatur nicht mehr möglich. Deshalb wurde noch im selben Jahr der Beschluss gefasst, eine neue Orgel zu errichten.

1975 begann Orgelbaumeister Paul Zimnol mit dem Neubau des Instruments. Dabei wurden zahlreiche ältere Pfeifen wiederverwendet, die zuvor jedoch umfangreich überarbeitet werden mussten. Wie Josef Heim 1984 beschrieb, wurde die Spieltraktur, also die Übertragung der Tastenbewegung auf die Pfeifen, wieder mechanisch ausgeführt, während die Registersteuerung elektrisch angelegt wurde. Dadurch konnten zahlreiche wertvolle Spielhilfen eingebaut werden:

1.       Ein Schwellwerk, bei dem mittels Fußpedal stufenlos Jalousien vor den Pfeifen geöffnet oder geschlossen werden                         können, um die Lautstärke zu regulieren.

2.       Eine Crescendowalze, mit deren Hilfe nach und nach weitere Register zugeschaltet werden können und der Klang                         dadurch immer voller und mächtiger wird.

3.       Freie Registrierung, die ein schnelles Umschalten zwischen verschiedenen Klangfarben ermöglichen.

Die Erweiterung von 23 auf 25 Register verlieh dem Instrument eine noch größere klangliche Vielfalt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 139.243,95 DM.

Zu Pfingsten 1976 übergab Domorganist Leo Krämer die neue Orgel nach einer feierlichen Festmesse den Organisten und der Gemeinde zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste und kirchlichen Feiern.

Derzeit wird die „Königin der Instrumente“ in unserer Kirche von drei Organisten gespielt. Für den Erhalt ihrer technischen Funktionen und ihrer klanglichen Reinheit sorgt bis heute die Orgelbauerfamilie Zimnol. Sie ist in unregelmäßigen Abständen, also bei Bedarf, mit der Stimmung und Wartung des Instruments betraut.

Möge unsere Zimnol-Orgel noch viele weitere Jahre die Gottesdienste in St. Medardus begleiten und zur Ehre Gottes erklingen.