40. Priesterweihejubiläum von Pfarrer Michael Hergl

40. Priesterweihejubiläum von Pfarrer Michael Hergl

Veröffentlicht am 12.05.2026
Autor: Johanna Münch

40 Jahre im Dienst des Glaubens – Pfarrer Michael Hergl feiert Priesterjubiläum

Am 7. Juni 2026, 09:30 Uhr wird Pfarrer Michael Hergl in der Pfarrkirche St. Medardus Mutterstadt sein 40jähriges Priesterjubiläum in einem Festgottesdienst mit anschließendem Umtrunk feiern. Festprediger ist Pfarrer Kurt Faulhaber. Der Kirchenchor Mutterstadt gestaltet ihn musikalisch. Dieses Jubiläum hat für Michael Hergl persönlich, aber auch für viele Wegbegleiter seines Wirkens und für die Menschen in der Pfarrei Heiliger Sebastian eine große Bedeutung. Es sind vier Jahrzehnte zwischen Tradition und Wandel als Seelsorger in einer sich verändernden Welt.

Ein Grund mehr, zurückzuschauen:

Der Weg in den Priesterberuf

Michael Hergl spürte nach dem Abitur keinen Wendepunkt mit „Aha – Erlebnis“, der ihm den Weg in den Priesterberuf wies. Vielmehr zeigte ihm der Zuspruch von außen in einer lebendigen Jugendarbeit in der Schönstattbewegung und auch im Zivildienst im Krankenhaus, dass Menschen auch spirituelle Sehnsucht haben und Antworten aus dem Glauben suchen. „Ich arbeitete gerne mit und für Menschen, sodass ich schließlich den Vertrauenssprung wagte und das Theologiestudium begann.“ Auf sein Studium blickt er gerne zurück: „Es war eine schöne Studienzeit in Mainz und Paris. Ich bin in der Welt herumgekommen und habe viel über Theologie auch im Alltag der Menschen erfahren.“, erzählt er lächelnd von diesem Lebensabschnitt: Dankbar erinnert er sich an seine Primiz im Heimatort am Tag nach seiner Priesterweihe: „Nach fast 19 Jahren gab es in Herxheim wieder einmal eine Primiz. Ganz viele im Ort haben mitgefeiert und ein internationales Fest mit vielen Gästen organisiert.“

Als Kaplan ist Michael Hergl dann gut gestartet und wurde in seiner Berufswahl umfänglich bestätigt: Der leitende Pfarrer in „Christ König Ludwigshafen Oggersheim“ traute ihm viel zu und band ihn stark ein in alle Aktivitäten rund um Familien, Jugend und Freizeiten, die er begleitete. „Es war eine Zeit der Ermutigung für mich mit viel positiver Resonanz der Menschen. Spätestens da spürte ich, dass ich als Seelsorger auf dem richtigen Weg bin,“ sagt er heute.

Viele Jahre Dienst für Gott und für die Menschen

In Neuhofen und Altrip stand Michael Hergl als Pfarrer dann einem gut arbeitendem Pastoralteam vor und setzte mit den Aktiven das Konzept der Pfarrerneuerung um, was vom unvergessenen Weihbischof Ernst Gutting begleitet wurde. „Wir haben die Pfarrei aufgebaut mit Familienkreisen und schon viel in Gemeinden und im Pfarrverband Waldsee – Limburgerhof zusammen gemacht. So wurde das Gemeindeleben geprägt,“ berichtet er aus der Zeit. Als 2001 noch Limburgerhof dazu kam, hat Hergl die Leitungsaufgaben verteilt und Pfarrteamleiter installieren lassen gemäß dem damaligen neuen Seelsorgekonzept der Diözese.

Nach 15 Jahren strebte er einen Wechsel an und übernahm die Pfarrei St Josef in Neustadt / Weinstraße. Mit den Nachbargemeinden Mußbach und Gimmeldingen war es eine große Pfarrei, die er mit aushelfenden Diakonen, einer Ordensfrau als Gemeindereferentin und dem indischen Kaplan Chinna betreute, zu dem er heute noch Kontakt hat. Er baute das Personalnetz effektiv aus und hatte einen Blick für die nicht einfache wirtschaftliche Situation. Nach zehn Jahren stand dann die Strukturreform an und es war abzusehen, dass die Pfarrei sehr groß werden wird. „Ich hatte den Wunsch, in eine kleinere Einheit zu kommen, so kam ich vor nun zwölf Jahren nach Heiliger Sebastian Dannstadt,“ berichtet der 69jährige.

Ein Weg mit den Menschen in Heiliger Sebastian

Nun ist Michael Hergl seit zwölf Jahren in der Pfarrei Heiliger Sebastian leitender Pfarrer, derzeit mit Kaplan Jaimon und Diakon Kasper, sowie einem Sekretärinnenteam.

Gleich in seinem ersten Dienstjahr stand die Gründung der Pfarrei „Heiliger Sebastian“ mit den vier bisherigen Gemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim, Mutterstadt und Rödersheim-Gronau an. „Ich schätze es nach wie vor sehr, dass die Gremien den Wunsch hatten, zusammenzuarbeiten. Ich wusste, dass die Prozesse bis zum Zusammenschluss der Pfarrei nicht immer transparent waren – trotzdem gab es keinen Streit, vielmehr den Wunsch, gut zu starten und die anstehenden Schritte gemeinsam zu tun.“ So wurden das Pastoralkonzept erarbeitet, die Vision der Pfarrei entwickelt, außerdem der Pfarrfamilientag als gemeinsames Pfarrfest weiterentwickelt sowie der erste Advent und das Patronatsfest als zentrale gemeinsame Veranstaltungen in der Pfarrei etabliert.

„Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung in der Verwaltungsarbeit, Katechese und vielen anderen Bereichen. Es waren auch viele junge Menschen aktiv, die sich in das Gemeindeleben eingebracht haben,“ schaut er dankbar auf das Ehrenamt in Heiliger Sebastian. Mittlerweile haben sich einige Strukturen im Bistum so entwickelt, dass Michael Hergl hofft, dass die leitenden Pfarrer bald wieder mehr Seelsorger sein können: „Die Entlastung besonders im Bereich der KiTa – Verwaltung ab 01.01.2027 ist ein sehr wichtiger Schritt,“ betont er. Er hat monatliche Bibelabende eingeführt und nimmt sich gerne Zeit für Krankenbesuche und Gespräche. Seiner Grundausrichtung im Priesterberuf ist er in all den Jahren immer treu geblieben: „Ich habe Freude am Gottesdienst und teile gerne mit den Menschen den Glauben,“ sagt er.

Die Kirche zwischen Beständigkeit und Veränderung

In den vergangenen 40 Jahre hat Michael Hergl aber nicht nur seine persönliche und berufliche Geschichte geschrieben, sondern auch die starken Veränderungen in der Katholische Kirche erlebt: „Die Volkskirche geht zu Ende – wir haben eine Entscheidungskirche, in der nur noch die Menschen kommen, die wollen,“ bringt er die Entwicklung auf den Punkt und erläutert:

„Glaubenswissen und Glaubenspraxis sind nicht mehr selbstverständlich und werden weiter abnehmen, weil auch die Glaubensweitergabe in den Familien kaum mehr funktioniert. In der Folge wissen viele Menschen nicht mehr, worum es in einem Gottesdienst und im Kirchenjahr geht und dass Gott etwas mit ihrem Leben zu tun hat.“ Als leitender Pfarrer weiß Hergl um die schwierigen Rahmenbedingungen: Die ökonomischen und personellen Ressourcen werden immer weniger - sinkende Mitgliederzahlen, weniger Priester- und pastorale Berufungen und auch gesellschaftliche Debatten über das Versagen von Kirchenvertretern, sowie noch nicht erfüllte Reformen belasten die Kirche.

Trotz dieser Entwicklungen sieht der Seelsorger nicht schwarz „Die Menschen, denen der Glaube wichtig ist, werden Formate finden. Wenn Lücken entstehen, müssen wir zusammenrücken. Es wird Inseln geben, sodass das Gemeindeleben auf größerer Ebene gefördert werden kann. Der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus wird uns zeigen, wo wir mitwirken können. Es werden sich immer Menschen mit ihren Charismen einbringen zum Wohl der Gemeinschaft.“ Seinen optimistischen Blick und die Hoffnung für die Kirche speist Pfarrer Hergl auch aus der Schönstattbewegung und seiner weltweiten Priestergemeinschaft, sowie den weltkirchlichen Erfahrungen, wo er viel Inspiration erhält.

Bei all seiner Zuversicht ist ihm bewusst, dass die Gemeinden sich von manch Liebgewonnenem verabschieden müssen - auch von Gebäuden - was schmerzhaft erlebt wird.

Feiern und Erinnern - Einladung zum Priesterjubiläum am 7. Juni

So wird der Festgottesdienst am Sonntag, 7. Juni um Uhr in St Medardus vom Dank für 40 Jahre Dienst für Gott und Menschen geprägt sein; für vier Jahrzehnte im Dienst, für unzählige Begegnungen, für Trost, Begleitung und Gemeinschaft.

Denn: 40 Jahre priesterliche Dienst ist ein Jubiläum, das nicht nur zurückblickt, sondern auch zeigt, dass die Kirche von den Menschen lebt, die sie gestalten – damals wie heute.

Gleichzeitig geht Hergls Blick schon auf seine Verabschiedung in den Ruhestand am ersten Advent 2026. „Die meisten Hochfeste des letzten Jahres sind schon um, genau wie die letzte von rund 80 Erstkommunionfeiern. Letzte Sitzungen in den Gremien und weitere „letzte Male“ stehen noch an – mein Berufsleben als leitender Pfarrer geht seinem Ende entgegen. Doch ich werde mehr Zeit für Seelsorge haben.“

Es wird nach dem Gottesdienst am 7. Juni Zeit für Begegnung und für den Austausch von Erinnerung mit dem Priester sein. Auch Wegbegleiter Michael Hergls aus früheren Gemeinden und der Schönstattbewegung werden sein Priesterjubiläum mitfeiern, entweder in Mutterstadt oder drei Tage später in seiner Heimatgemeinde Herxheim.

Herzliche Einladung an alle Menschen in Heiliger Sebastian und anderen Pfarreien, dieses besondere Jubiläum mitzufeiern.

Biographische Daten zu Pfarrer Michael Hergl im Überblick

Jahrgang: 1956

Aufgewachsen in Herxheim mit vier Geschwistern

Studium der Theologie in Mainz und Paris

Pastoralkurs in Speyer

Priesterweihe 1986 durch Bischof Anton Schlembach in Speyer mit elf Weihekandidaten

Zwei Jahre Kaplan in Oggersheim Christ König

1 Jahr Kaplan in Neustadt St. Marien

Stationen als Pfarrer

15 Jahre Neuhofen und Altrip und 4 Jahre Mitverwaltung von Limburgerhof

10 Jahre in Neustadt St. Josef mit Mußbach und Gimmeldingen

12 Jahre in Heiliger Sebastian Dannstadt