Pfarreireise nach Riga, Tallinn und Sankt Petersburg

Veröffentlicht am 08.08.2019
Autor: Pfarrei Hl. Sebastian

Die diesjährige Reise der Pfarrei Heiliger Sebastian, Dannstadt, führte die 29 Teilnehmer Richtung Nordosten in drei wunderschöne Städte: Riga in Lettland, Tallinn in Estland und Sankt Petersburg in Russland.

Auf der Busfahrt zum Frankfurter Flughafen spendete Pfarrer Michael Hergl, der seine Pfarreimitglieder als Geistlicher Leiter gerne begleitete, den Reisesegen.

In der früheren Hansestadt Riga angekommen, machte man sich nach dem Einchecken ins Hotel gleich noch zu Fuß auf den Weg, um schon etwas von der schönen Altstadt zu sehen. Ein ausführlicher und von der Stadtführerin Frau Una fachkundig geleiteter Stadtrundgang folgte am nächsten Tag. Diese Stadt mit zahlreichen, sehr schön gepflegten Parks und Grünanlagen und vielen Blumenständen überraschte angenehm. In der St.-Petri-Kirche ging es mit dem Fahrstuhl hoch auf den Turm, ein Orgelkonzert in der St.-Jakobus-Kathedrale, und in der Neustadt wurden das Jugendstilviertel und -museum besichtigt.
Mit dem Bus ging es mit der nächsten fachkundigen Reiseführerin, Frau Vitalija, durch den Gauja-Nationalpark über Sigulda, ein Kur- und Wintersportort, nach Turaida zur Gutmannshöhle, zu der es eine überlieferte traurige Liebesgeschichte gibt, und zur Ruine der Bischofsburg. In Estland angekommen, gab es einen Altstadtrundgang im Seebad Pärnu und einen ausgedehnten Aufenthalt am dortigen Sandstrand am Meer, was sehr erholsam und erfrischend war.

In Tallinn prägen die mittelalterlichen Bauten, Wälle und Türme das Altstadtbild, aber auch hier gibt es wiederum schön angelegte Parks mit vielen Bäumen und Blumenbeeten, die zum Verweilen einladen. Der Domberg mit der Domkirche, die alte Nikolaikirche mit einem Fragment des berühmten Totentanzes und die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale standen unter anderem auf dem Besichtigungsprogramm.

Die Sängerbühne - in Estland werden gerne Volkslieder gesungen, das traditionelle estnische Liederfest findet alle fünf Jahre in Tallinn statt - und das Parkensemble Kadriorg mit dem Barockschloss sowie dem Amtssitz des estnischen Staatspräsidenten waren das nächste Ausflugsziel. Besonders beeindruckt waren alle Teilnehmer bei der Besichtigung der Ruine des ehemaligen Birgittenklosters, so dass in dieser Atmosphäre spontan einige geistliche Lieder gesungen wurden.

Über das mühsame und einfache Leben und Arbeiten in früheren Zeiten konnte am Sonntag im Freilichtmuseum „Rocca al mare“ ein anschaulicher Einblick gewonnen werden. Dort wurde dann auch unter freiem Himmel in der schönen Natur der Sonntagsgottesdienst gefeiert und anschließend das zu jeder Pfarreireise obligatorisch dazugehörende Picknick mit köstlichem Brot, Käse und Wurst genossen – ein Schlückchen Wein durfte natürlich auch nicht fehlen. Ein vorzügliches Abendessen gab es an diesem Abend dann in einem schönen, gemütlichen Restaurant in der Altstadt am Rathausplatz.

Am Folgetag ging es Richtung Russland. Unterwegs wurde im Nationalpark Laheema noch der Gutshof Palmse besichtigt, ein ehemaliges deutsch-baltisches Landgut. Etwas gespannt waren dann alle, wie es wohl am Grenzübergang bei der Einreisekontrolle werden wird, aber letztendlich war es unkompliziert und ging auch relativ zügig. Frau Olga, die russische Reiseleiterin, stieg direkt nach der Grenze zur Gruppe in den Bus. Die Fahrt zum Hotel, welches direkt in der Stadtmitte an der Newa lag, vermittelte schon einen ersten Eindruck von dieser großen Stadt mit den breiten Straßen, zahlreichen Kanälen, den schönen Plätzen und mächtigen Palastbauten.

Am nächsten Tag wurde mit dem Bus eine Stadtrundfahrt gemacht, mit Zwischenstopps an einigen Sehenswürdigkeiten unter anderem die Peter-und-Paul-Festung mit der Peter-und-Paul-Kathedrale in der einige Zaren und ihre Angehörigen in Sarkophagen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Wenn in Riga und Tallinn ob der touristischen Hochsaison schon viele Menschen unterwegs waren, war es in Sankt Petersburg noch extremer; man hatte den Eindruck, dass vor allem Asiaten gerade die Stadt für sich vereinnahmen wollten.

Ein sehr beeindruckender Höhepunkt war die fachkundige Führung durch die weltberühmte Eremitage mit den vielen Gemälden großer Maler wie z.B. Rembrandt und da Vinci. An den letzten beiden Tagen der Reise wurden die ehemalige Sommerresidenz des Zaren Peter der Große, der Peterhof, besichtigt, eine Bootsfahrt – leider bei mittlerweile regnerischem Wetter - unternommen und der Vorort Puschkin mit dem Schloss besucht, in dem sich das weltbekannte wieder auf- bzw. nachgebaute Bernsteinzimmer befindet. Von dort ging es zum Flughafen und die Rückreise wurde angetreten.

Aber neben all diesen äußeren sichtbaren wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen waren es vor allem auch die schönen Erfahrungen in der Gruppe im gemeinsamen Unterwegssein; mit den Gesprächen bei den Mahlzeiten oder während der Besichtigungen, einander auf Interessantes hinweist, dass man aufeinander achtet, ob jemand mitkommt oder eine Pause braucht, ob im Bus alle da sind. Die spirituellen Impulse morgens im Bus von Pfarrer Hergl über die Schöpfung, angelehnt an den Sonnengesang von Franziskus und die päpstliche Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, begleitet durch sein Mandolinenspiel und den Gesang, machten nochmal auf eine tiefere Weise aufmerksam auf das, was am jeweiligen Tage bevorstand. Und – sofern es die Gegebenheiten in den Hotels zuließen – abends nach dem Abendessen, die geistliche Rückschau auf den Tag, die dazu bewegte, für all das Gesehene und Erlebte Gott zu danken. Diese Tagesabschlüsse endeten dann in einem fröhlichen Singen altbekannter Volkslieder und in Tallinn gesellten sich sogar Hotelgäste aus der Schweiz hinzu um kräftig mitzusingen und mit Klavierspiel die Sänger zu begleiten. Reich beschenkt mit vielen Eindrücken und Erlebnissen und dankbar für die gute Organisation der Fahrt sind alle Teilnehmer wohlbehalten zurückgekehrt und freuen sich schon auf das nächste bislang noch unbekannte Reiseziel im kommenden Jahr.